Von den Schwierigkeiten der Lagerung von Lebensmitteln

Früher hatten wir einen zusätzlichen Gefrierschrank. Das war super, da war Platz drin um gerade Fleisch haltbar und doch griffbereit zu haben.

Der Gefrierschrank durfte nicht mit umziehen, da er sich als regelrechter Stromfresser geoutet hat. Nun müssen also Alternativen her. Gar nicht so einfach, wenn im Sommer draussen über 40 Grad und im Haus locker 32 Grad herrschen und man keinen Keller zur Verfügung hat.

Ich spiele mit dem Gedanken mir einen Erdkeller zu bauen, allerdings haben wir hier einen sehr hohen Grundwasserspiegel im Winter, so dass ich denke, das diese Idee nicht besonders gut ist, es sei denn ich baue ihn mit dicht schließenden Plastiktonnen. Ich muss diesen Punkt echt noch weiter recherchieren und überdenken. Bis dahin stehe ich allerdings vor folgenden Problemen: Wir wohnen auf dem Land und zum nächsten Laden sind es immer mindestens 6km. Es widerstrebt mir für einzelne Artikel loszufahren, weshalb ich zumindest für die „trockenen“ Artikel ein System 1:1 habe. Ich habe immer eine Packung in Benutzung und 1 in Reserve. Geht mir die aktuelle aus, nehme ich die Reserve und habe so genug Zeit, beim nächsten Einkauf eine neue Reservepackung zu kaufen.

Da ich leider im alten Haus des öfteren Probleme mit Lebensmittelmotten hatte (ich glaube, ich habe sie mir immer mit dem Mehl ins Haus geholt) bin ich dazu übergegangen, alles in Glasbehältern mit Schraubdeckeln aufzubewahren. Hat den Vorteil, das es nicht nur schön aussieht sondern auch noch sehr sauber und vor allem wiederverwertbar ist.

Schwieriger wird es mit Lebensmitteln, die eigentlich Kühlung benötigen. Wir haben zwar einen Kühlschrank, aber sooo riesig ist der nun auch nicht. Und Fleisch kaufe ich eigentlich lieber bei meinem Stammschlachter, welcher allerdings 50km entfernt ist. Früher mit der Truhe bin ich da einmal im Monat hingefahren und habe auf Vorrat gekauft.

Da ich wusste, dass dieses Problem auf uns zu kommt, habe ich mich schon vor meinem Umzug intensiv mit diesem Problem befasst. Und ich bin darauf gekommen, das man vieles durch Einkochen haltbar machen kann. Allerdings ist das in Europa bekannte Einkochen im Wasserbad nur bedingt für Fleisch und andere wenig säurehaltigen Lebensmittel in vielen Fällen nicht unbedingt sicher.

Durch intensive Recherchen bin ich dann auf das Einkochen unter Druck gekommen und habe mir einen Druckeinkochtopf von Presto besorgt.

Dieses ist mein Topf: Presto 23 Quart

Ich musste ihn mir direkt aus Amerika bestellen, da es keine Möglichkeit gibt, diesen bei Amazon Deutschland zu bestellen.

Der Vorteil an dieser Art des Einkochens ist, das man ohne Säure (also nicht alles in Essig) und auch ganz ohne Flüssigkeiten einkochen kann. Und sogar Fleisch und Fisch kann auf diese Art sicher eingekocht werden, ohne das man Angst vor dem gefährlichen Botulismus haben muss.

Ich habe dazu auf der Seite von Wurzelwerk einen sehr schönen Artikel gefunden, den ich hier verlinke: Botulismus – tödliche Vergiftung

In Amerika, wo mein Drucktopf herkommt, wird das einkochen mit Druck als einzige sichere Methode für Fleisch genannt und es gibt sogenannte Listen, was wie lange eingekocht werden muss inkl. Höhenangaben. Klingt am Anfang etwas verwirrend, aber da ich mich fast auf Meereshöhe befinde ist es eigentlich ganz leicht. Ich koche alles mit dem 10 psi Gewicht ein.

Ein weiterer Vorteil ist, das er komplett ohne Strom funktioniert. Ich fülle meinen Topf mit Gläsern und Wasser und verschließe ihn, stelle ihn dann auf die große Platte auf meinem Gasherd. Dort warte ich bis gleichmäßiger Dampf oben aus der Düse kommt, bis ich das Gewicht aufsetze. Dann beobachte ich das Manometer, bis es 10psi erreicht hat. Das ist der Zeitpunkt, wo ich die Platte tausche am Herd, jetzt kommt er auf die kleine Platte und braucht nur noch eine ganz kleine Flamme, damit dieser Druck gehalten wird. Und je nach Einkochgut ist nach 90 – 120 Minuten alles sicher eingekocht. Ich habe es bereits mit Rouladen, Bolognese und Frikadellen probiert und auch Reste vom Essen habe ich bereits eingekocht. Das hat den weiteren Vorteil, das ich meine eigenen Fertiggerichte im Regal stehen habe und wenn mal wenig Zeit ist oder ich keine Lust zum Kochen habe, kann ich darauf zurück greifen. Ohne Konservierungsstoffe und ohne seltsame Dinge, die man in so manchen fertigen Speisen findet. Und vor allem nicht so übersalzen.

Ich muss dazu sagen, ich war früher in Deutschland eine Maggifix-Köchin. Kochen war weder meine Leidenschaft, noch konnte ich es besonders gut. Also war mein erster Weg immer ins Maggifix Regal, dort die Tütchen ausgesucht und dann die Zutaten danach eingekauft. Hier in Spanien bekommt man diese Tüten schwieriger und zu horrenden Preisen, weshalb wir schon seit 12 Jahren darauf verzichten. Wenn ich jetzt mal eine Tüte Maggifix nehme, kann ich diese nicht mehr so zubereiten, wie es auf der Tüte steht, beziehungsweise ich kann das nicht essen, da es mir viel zu salzig, zu überwürzt ist.

Nun kann man natürlich darüber diskutieren, ob Fleischessen in der heutigen Zeit noch angebracht ist, aber meine Familie und ich essen Fleisch und das bitte ich zu respektieren, genau so wie ich respektiere, das es andere gibt, die darauf verzichten.

Da ich ja ab nächstes Jahr auch ganz viel Gemüse und Obst anbauen möchte, ist das einkochen auf diese Art eine ideale Lösung, um Lebensmittel haltbar zu machen.

Auch das Einkochen von Backwaren soll damit möglich sein, was ich bisher allerdings noch nicht probiert habe. Ich backe jetzt schon sehr oft unser Brot selber, weshalb ich mir auch unbedingt noch einen Steinbackofen im Garten bauen möchte. Ich denke allerdings, das es besser ist, frisch zu backen.

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