oder vom schwierigen Unterfangen, Plastikreduziert zu leben

Vor einiger Zeit habe ich das Jenke Experiment zum Thema Plastik gesehen. In dieser Dokumentation hat sich Jenke vier Wochen lang ausschliesslich von Lebensmitteln ernährt, welche in Plastik verpackt waren. Vorher und nachher hat er Blut- und Urinproben genommen und das Ergebnis nach 4 Wochen exzessivem Plastikkonsum ergab, das sich der Wert eines Weichmachers in seinem Blut um das 400 !!!! fache erhöht hat.

Das die Welt und vor allem die Meere ein Plastikproblem haben, war mir schon vorher bewusst. Auch das Thema Microplastik ist nicht ganz an mir vorbei gegangen, aber das es sooo schlimm ist, hätte ich nicht erwartet.

Mir war klar, das ich, nachdem ich diese Reportage gesehen habe, sofort etwas ändern muss. Und wo kann man da besser anfangen, als an seinem Einkaufsverhalten. Meine eigenen Einkaufstaschen nehme ich ja schon jahrelang mit, aber jetzt sollte es noch mehr werden.

Meine Vorräte, wie Mehl, Nudeln & Co. bewahre ich zuhause in Schraubgläsern auf. Das sieht nicht nur schön aus, sondern verhindert auch, das sich Mehlmotten und Co einnisten können. Nur, wenn ich die Gläser auffüllen will, muss ich die meisten Sachen in Plastiktüten eingeschweißt kaufen.

Ich fing also an zu recherchieren, wo auf Mallorca man unverpackt einkaufen kann und stellte mit Entsetzen fest, das es anscheinend nur einen einzigen wirklichen Unverpacktladen in Palma gibt. Das wären jedes Mal 43km einfacher Weg, nicht gerade sehr umweltbewusst…

Aber als ich das letzte Mal in Palma war, besuchte ich diesen Laden doch und musste leider feststellen, das dieser inzwischen nicht mehr existiert.

Also bleibt nichts anderes übrig, als bewusster im Supermarkt einzukaufen. Brot backe ich seitdem nur noch selbst, seit gestern im Römertopf, den ich von einer lieben Frau geschenkt bekommen habe. Kein eingeschweißtes Brot mehr.

Joghurt kann ich in meinem Stammsupermarkt nur in Plastikbechern kaufen, also wird auch Joghurt ab sofort selber gemacht. Dumm nur, das mein Joghurtbereiter ebenfalls aus Plastik ist.

Nudeln, Reis etc. gibt es nur in Plastikbeuteln. Meine Milch kaufe ich im Karton, hatte mich so gefreut, als ich im Supermarktregal Milch in Flaschen sah, der Preis war etwas höher als der übliche Karton, aber das war ich bereit zu bezahlen. Beherzt griff ich nach der Flasche, um festzustellen, dass diese aus Plastik war. Frustriert stellte ich sie wieder zurück.

Für Obst und Gemüse habe ich jetzt Netze dabei, damit ich auf die dünnen Plastikbeutel verzichten kann. Aber trotzdem gibt es einfach viele Dinge nicht unverpackt. Es wird also wirklich Zeit und notwendig, das Gemüse zuhause anzubauen, um diesen Plastik zu entgehen.

Aufschnitt, Fleisch und Käse gibt es bei uns nur verpackt, die Frischetheken wurden vor ein oder zwei Jahren abgeschafft. Das bedeutet, ich muss nach alternativen Läden suchen, die mir meine Auswahl dann ohne Verpackung geben. Was wiederum bedeutet, das ich demnächst wahrscheinlich locker die doppelte Zeit damit zubringen werde, den Wocheneinkauf zu besorgen.

Pflegeprodukte wie Shampoo und Co bereiten mir ebenfalls viele Sorgen, nicht nur, weil sie in Plastik verpackt sind, sondern auch wegen dem Microplastik was dort enthalten ist. Meine Haare wasche ich schon länger mit Haarseife und nachdem ich das erste Mal Duschgel selber gemacht habe und dieses ein ziemlicher Reinfall war, bin ich dazu übergegangen, mich unter der Dusche mit Seife zu waschen. Auch das Händewaschen erledige ich inzwischen nicht mehr mit Flüssigseife aus dem Plastikschlauch sondern mit Seifenstücken.

Und beim Deo bin ich im Moment ganz happy mit einem Kristall, welcher leider ebenfalls in Plastik verpackt ist, allerdings hält dieser deutlich länger als Deoroller und vielleicht finde ich da auch noch eine Alternative ohne Plastikummantelung.

Auch in der Küche versuche ich nach und nach alles Plastik zu ersetzen, gar nicht so einfach und sehr kostspielig. Ich habe mal mit Rührlöffeln aus Holz begonnen und nutze nun vermehrt Schüsseln aus Glas. Nur haben die auch wieder Deckel aus…….

Wir müssen derzeitig immer noch unser Wasser kaufen, können es nicht direkt aus dem Hahn trinken, da ich noch auf die Wasseranalyse warte. Und Wasser gibt es hier nur in Plastikkanistern. Selbst das Wasser mit Sprudel gibt es nur in ganz wenigen Läden überhaupt ohne Glasflasche, da es hier weder Pfandkisten noch Mehrwegverpackungen für Getränke gibt, was der Insellage geschuldet ist. Bei Mehrweg müssten die Flaschen den doppelten Weg machen.

Ich fühle mich also im Moment regelrecht verfolgt vom Plastik. Versuche wirklich zu vermeiden, wo es nur geht, aber um es komplett zu vermeiden, müsste ich auf die allermeisten tagtäglichen Dinge verzichten.

Wie sind eure Erfahrungen mit Plastik? Was habt ihr für Alternativen gefunden? Das würde mich brennend interessieren.

One thought on “Plastik, Plastik, Plastik”

  1. Hi 🤗
    auch hier ist es schwer Plastikfrei einzukaufen. Michelle trinkt nur Mineralwasser, Pet Flaschen wurden verbannt und auf Glasflaschen umgestellt, sobald wir umgezogen sind kann sie den neuen Sodastream nutzen – mit Glaskaraffen.
    Aufschnitt / Fleisch darf aus hygienischen Gründen nicht in die mitgebrachten Dosen gefüllt werden. Z.b Rewe gibt in einigen Filialen Pfanddosen raus, bei einem Rinkauf gibt man die alte ab und bekommt eine neu, allerdings ist die Dose aus Plastik und man würde nur die Umverpackung sparen da immer noch alles mit dem folierten Papier eingepackt wird.
    Im Moment suche ich eine Alternative zu Brotdosen für Srefan und Michelle…da beide gerne was liegen lassen sind mir die Metalldosen noch zu teuer.
    Ich folge dir ganz interessiert umvzu schauen ob es vernünftige Alternstiven gibt.
    Das Futter für die Katzen ist in Dosen😅
    Michelle testet gerade Bambuszahnbürsten, die Borsten sind allerdings auch auch auf Plastik, statt Zahnpaste gibt es eine Tablette die im Mund aufgelöst wird und dann wird geputzt. Die Tabletten sind im Karton, in einer folierten Tüte, aber deutlich weniger Plastik als eine Tube Zahnpasta.

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