Heute mal ein Post über meine Hühner. Ich habe im April mit der Hühnerhaltung begonnen. Angefangen haben wir mit einem Hahn und drei Hühnern, dachten wir. Leider hat sich eine der Hennen als zweiter Hahn herausgestellt. Das ging solange gut, bis ich drei weitere Hennen hinzugefügt habe. Plötzlich hat sich der 2. Hahn, der vorher in der Hackordnung weiter hinten stand, als richtiger Macho aufgeführt. Er hat sämtliche Hennen im Gehege gejagt und tyrannisiert. Wir haben ihm Zeit gegeben, in der Hoffnung, das sich das alles normalisiert. Aber das Ergebnis nach 5 Tagen waren 2 schwer verletzte Hennen. Eine Henne hatte ein Loch im Hals. Dieses haben wir sofort mit Silberspray behandelt. Somit konnten wir verhindern, das die Fliegen dort ihre Eier hineinlegen.

Die zweite Henne hatte eine schwere Augenentzündung, welche wir trotz Augensalbe und Tierarztbesuch nicht in den Griff bekamen. Da sie nichts mehr gesehen hat, hat sie aufgehört zu fressen, was wir leider erst zu spät mitbekommen haben. Sie ist leider verstorben.

Es war klar, der Hahn musste weg. Also versuchte ich ein neues Zuhause für ihn zu finden – ein aussichtsloses Unterfangen, wer braucht schon einen Hahn.

Also fiel nach einigen Tagen Bedenkzeit die Entscheidung, ihn zu schlachten. Da ich ja versuche im Einklang mit der Natur zu leben, habe ich mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber andererseits müsste ich eigentlich bei jedem Stück Fleisch, welches ich beim Schlachter kaufe, die selben Gewissensbisse haben. Geholfen hat mir dabei auch der Rat einiger Leute, die ebenfalls Selbstversorgung leben und die mir sagten, das ich die Pflicht habe, die Herde zu schützen.

Selber schlachten traute ich mir noch nicht zu, aber ich habe jemanden, der da wirklich vertraut mit ist. Mir war es wichtig, dass das so schonend und schmerzfrei passiert, wie nur möglich. Also musste es jemand machen, der Tierlieb ist.

Ich habe mich nicht einmal getraut, dabei zuzusehen und auch ein paar Tränen verdrückt, aber nach knapp 10 Minuten hatte ich diesen Hahn küchenfertig in der Hand.

Nach einigen Tagen in der Gefriertruhe haben wir vor 2 Tagen beschlossen, das nun die nächste Stufe stattfinden sollte. Wir wollten ihn zubereiten und essen.

Das ging besser, als ich erwartet hatte, wir haben uns für Grillhähnchen entschieden und er drehte seine Runden auf dem Grill. Er sah so fantastisch aus.

Aber als wir ihn essen wollten, mussten wir feststellen, das er total zäh war.

Das Fleisch war richtig dunkel, eine ganz andere Farbe als alle Hähnchen, die ich bisher zubereitet habe.

Er sollte nicht umsonst gestorben sein, also ging er nochmal für 8 Stunden in den Slowcooker auf geringer Temperatur. Danach war er butterzart und ich habe noch nie so ein Hähnchenfleisch gegessen.

Und jetzt frage ich mich, warum selbst Biohühnchen komplett anders sind, als das was wir da auf dem Teller hatten.

OK, gezüchtete Hähnchen werden mit 3 oder 4 Monaten geschlachtet, unserer war etwa 8 Monate alt. Aber trotzdem, das Fleisch hatte eine komplett andere Konsistenz, die Knochen sahen ganz anders aus.

Für mich war das eine interessante Erfahrung. Es hat mir gezeigt, das es einen riesigen Unterschied macht, ob man wirklich glückliche Tiere isst.

Nun wissen wir, sollten wir mal wieder ein Hahnproblem haben, weil unsere irgendwann auch brüten und Nachwuchs produzieren, dann ist die große Hemmschwelle zum Schlachten nicht mehr da.

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