Aufgrund von seltsamen EU-Verordnungen kann es sehr schwierig oder auch teuer sein, ein Baugenehmigung für ein Haus auf dem Land zu erhalten, weil der Anschluss an das öffentliche Kanalnetz dort nicht gegeben ist und nur sehr teuer realisiert werden kann.
Das hat mich dazu gebracht, mich mit der Materie Abwasser näher zu beschäftigen und zu recherchieren.

Ist es nicht ein dekadenter Hohn, mit jedem Mal Pipi machen 6 Liter Frischwasser hinterher zu schicken, um dieses zu entfernen, wenn man auf einer Insel wohnt, die für Wasserknappheit in den Sommermonaten bekannt ist?

Ich stellte mir also diverse Fragen, wie man zum einen sehr viel sensibler mit dem wertvollen Gut Wasser umgehen kann und zum anderen, wie ich das „böse“ schwarze Abwasser reduzieren oder ganz vermeiden kann.

Abwasser kann man in 2 Sorten unterscheiden. Das sogenannte Grauwasser, welches von Waschmaschine, Dusche und Waschbecken kommt. Und das Schwarzwasser, welches das Abwasser aus der Toilette ist.

Grauwasser kann man mit Hilfe von Filtern und Pflanzen zumindest soweit wieder aufbereiten, das es beispielsweise zum Gießen geeignet ist. In einigen ökologisch gebauten Häusern wird das Grauwasser in die Toilette eingespeist.

Aber das reicht mir noch nicht. Ich hätte gerne, aufgrund der oft langanhaltenden Trockenzeiten hier auf Mallorca einen Kreislauf, der sich selber speist.
Klar ein eigener Brunnen wäre eine Möglichkeit, allerdings ist auch dieses hier inzwischen begrenzt und auch ein sehr teures Unterfangen (ca. 10.000 Euro um einen Brunnen bohren zu lassen) Und wenn man Pech hat, ist dieser nach kurzer Zeit leer.

Als erstes habe ich mich also in meinen Recherchen auf das Schwarzwasser konzentriert. Ich möchte es komplett vermeiden und habe dafür nach einer Lösung gesucht, die eben nicht Dixiklo mit Chemie ist. Auch die Alternative, einfach in den Garten zu gehen ist für mich keine, denn ich möchte zwar Offgrid und Autark leben, aber trotzdem nicht auf bestimmte Annehmlichkeiten verzichten.
Und relativ schnell habe ich für dieses Problem eine Lösung gefunden.

Um kein Schwarzwasser zu produzieren, darf ich kein Wasserklo einbauen.

Und die Alternative dazu ist das Kompostklo. Klingt komisch, geb ich zu, ist aber eine geniale Erfindung. Ich weiß gar nicht, warum das nicht jeder hat, der in einem eigenen Haus mit Garten wohnt.

Was ist so ein Kompostklo und wie funktioniert es?

In einer Kompost- oder auch Trenntoilette werden zunächst die Stoffe getrennt, das Flüssige vom Festen.

Für das Flüssige gibt es im vorderen Bereich eine Auffangschale, weshalb Stehpinkeln auch absolut verboten ist! Diese Flüssigkeit (da gehört dann auch abgegossenes Putzwasser z.B. dazu) wird in einem Tank gesammelt. Es ist ein hervorragender Flüssigdünger für den Garten.

Das Feste landet in einer Trommel. Abgedeckt wird jeder „große“ Toilettengang mit einer Schaufel Neutralisierung. Das kann Humus, getrocknete Blätter oder sogar Kleintierstreu sein. Hauptsache es saugt die noch vorhandene Flüssigkeit auf. In dieser Trommel fängt das Ganze nun an zu kompostieren. Ist die Trommel voll, muss sie auf den Komposthaufen entleert werden.

Menschliche Ekremente sind, genauso wie tierische (na wie viele von euch düngen ihr Erdbeerfeld mit Pferdemist???) eine Ausgangsbasis für die Herstellung von Terra Preta, sogenannter schwarzer Erde.

Ist diese komplett kompostiert, riecht man nicht mehr, woher sie kommt. Ich habe ein sehr interesantes Video im Internet gefunden, welches ich euch hier zeigen möchte.

Das ist also die Lösung, um kein Schwarzwasser zu haben und zusätzlich noch das zu verwerten, was am Ende hinten raus kommt.

Ich habe mich an eine Firma in Finnland gewandt, denn dort sind, ich denke wegen der Temperaturen im Winter, Komposttoiletten weit verbreitet.

Leider musste ich dort feststellen, dass mein „Traumklo“ nicht mehr hergestellt wird. Hier ein Video davon, welches leider nicht auf Deutsch ist, aber ich denke es ist trotzdem zu verstehen. Ich möchte es hier zeigen, einfach um zu verdeutlichen, dass die Art, mit einem Trockenklo zu leben zwar auf den ersten Blick ungewöhnlich ist, aber in keinster Weise der Hygiene oder der Bequemlichkeit eines Wasserklos nachsteht. Die Sammeltrommel unten drin hat einen eigenen Lüftungsablauf, welcher durch ein Rohr nach außen geführt wird. Somit entstehen keine Gerüche. Es ist also komplett anders als der berühmte „Donnerbalken“, das Dixiklo oder andere Toilettenalternativen.

Und ich habe tatsächlich jemanden ausfindig gemacht, der noch ein Modell davon stehen hat. 😉
Solltest du dich ebenfalls für ein Kompostklo interessieren, so schau doch mal auf diese Seite.

 

Genial!

2 thoughts on “Das Problem mit dem Abwasser”

  1. Hallo Yvonne, du kannst dir Grad nicht vorstellen wie ich mich freue über Bauchi, einem guten Freund, auf deiner Seite gelandet zu sein 🤗 ich teile all deine Fragen und Gedanken, die uns stetig in Richtung Unabhängigkeit führen und sehe genau darin auch den ganz individuellen Inneren Prozess. Denn ich durfte hier auf einem berg bei son servera Mallorca ein Naturstein 🏠 beziehen und stellte fest das je näher ich der Natur im aussen bin je näher bin ich auch meiner inneren Natur. Und die Idee mit der Kompost Toilette werde ich so schnell wie es geht umsetzen um kein Material zu verlieren und kein Wasser zu verschwenden 😀 was das Zisternen Wasser angeht kann ich aus Erfahrung sagen daß wenn das Wasser je nach Temperatur täglich bis alle 2-3 Tage mit dem Eimer ordentlichen Sauerstoff reinbringst kippt es nicht. Die Zisterne hier hat 81000 Liter und 2 Sommer dürfte ich hier schon geniessen. Nie ein Problem gehabt. Mein Spülwasser wird hier auch durch bewussten Spüli Kauf wieder den Pflanzen zugeführt 🌻🌼 1000 Dank für deine Seite und die Inspiration
    Saludo Michaela

    1. Hallo Michaela,
      vielen Dank für deine liebe Rückmeldung.
      Ja, erst wenn das Wasser nicht mehr selbstverständlich und unendlich aus dem Wasserhahn kommt, fängt man an, sich wirklich damit zu beschäftigen. Wir haben derzeit noch eine Klärgrube aber auch hier denkst du plötzlich darüber nach, was du so in dein Abwasser gibst. Zum Beispiel Reinigungsmittel, such mal einen Kloreiniger, der keine Wasserwarnhinweise auf der Verpackung trägt. Ich habe noch keinen gefunden!
      Deshalb mache ich meinen selber. Das ist ein Lernprozess, der so viel Spaß macht.

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